| |
Filmtage Augsburg 2009
Do, 30. April - So, 10. Mai 2009
Retrospektive Volker Schlöndorff
Filme und Spielzeiten: siehe unten!
 |
Der Beruf des Filmemachers in Deutschland
Volker Schlöndorff zum 70. Geburtstag
1966 war „Der junge Törless“ zusammen mit Ulrich Schamonis „Es“ und Alexander Kluges „Abschied von Gestern“ der Beginn einer neuen Filmkultur in Westdeutschland. Volker Schlöndorff blieb mit seinen Filmen bis über die Jahrtausendwende einer der führenden professionellen Köpfe des nunmehr gesamtdeutschen Films, der den Weg auf die internationale Bühne gefunden und sich einen achtungsvollen Auftritt verschafft hat.
Dieser Weg war auch für die großen Namen dieser generationsdurchgreifenden Bewegung mühevoll, voller unvorherzusehender Kurven, von Leidenschaft und Widerstand geprägt und letztendlich von Professionalität und internationalem Beziehungsspielraum gestärkt.
Von allen Filmemachern, die ihren Weg nach der Zeit des Oberhausener Manifests (1962) erfolgreich beschritten haben, traf und trifft das Stichwort „Professionalität“ besonders auf Volker Schlöndorff und sein Selbstverständnis zu. Allerdings wirkt es inzwischen wie ein Klischee, das den Blick auf seine tatsächliche Leistung verstellt.
„Handwerk“, „Beruf“ statt „Autor“ und „Schöpfer“ – sind das diskutable Gegensätze? Kann man Filmschöpfer sein ohne technische Schulung, ohne strukturiertes Arbeiten?
Schlöndorff hat sein Handwerk bei jungen Profis lernen können: in Paris mit Bertrand Tavernier, bei Louis Malle und dem eigensinnigen Einzelgänger und Vorläufer der Nouvelle Vague Jean-Pierre Melville. Seine erste große Erfahrung machte er als Mitarbeiter von Alain Resnais, der „Letztes Jahr in Marienbad“ in München drehte. Unter all diesen war kein bloßer Techniker und Routinier. Sie waren früh bereits erfolgreich und hatten sich international durchgesetzt – und sie waren aufregend, neu und inspirierend.
Die Leistungen Volker Schlöndorffs lassen sich am besten so charakterisieren: Das vollendete Werk hat den Vorrang vor seinem Schöpfer, das Werk mit seiner nur ihm eigenen Ausdruckskraft und Form ist das Markenzeichen - und nicht das Ego seines Schöpfers. Es ist nicht einfach zu sagen, was große gelungene Werke wie „Der junge Törless“, „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ , „Die Blechtrommel“, „Ein Aufstand alter Männer“, „Homo Faber“, „Die Stille nach dem Schuß“ und „Der neunte Tag“ unter einem Signet einigt. Oder es ist eben doch bei noch so unterschiedlichen Autoren und Sujets die einfache Formel: „Ein Volker Schlöndorff Film“.
Wir sind, was wir tun. Das klärt die Frage der Identität nur auf Zeit. Sie stellt sich mit jedem Film, mit jeder Beziehung neu.
Die „ Retrospektive Volker Schlöndorff“ wirft dank der vorgestellten Filme, seiner Figuren und Schauspieler, seiner Autoren und Vorbilder im existenziellen wie im politischen Sinn auch für den Zuschauer die Frage der Selbstbestimmung auf – den Versuch einer aktuellen persönlichen Ortung.
Alfred Schantz
Wir wünschen Ihnen eine anregende Zeit!
Hommage an Volker Schlöndorff
30.04., 10.00 Uhr Thalia Kino
Schulvorstellung „Homo Faber“ mit anschließendem Filmgespräch
30.04., 19.30 Uhr, Mephisto Kino
Lesung Volker Schlöndorff
„Licht Schatten und Bewegung“
01.05., 10.30 Uhr, Thalia Kino
„Die Blechtrommel“ mit anschließendem Filmgespräch
01.05., 19:00 Uhr - Die verlorene Ehre der Katharina Blum (Thalia)
02.05., 19:00 Uhr - Die Fälschung (Thalia)
03.05., 19:00 Uhr - Ein Aufstand alter Männer (Thalia)
04.05., 10:00 Uhr - Tod eines Handlungsreisenden (Mephisto)
04.05., 19:00 Uhr - Die Stille nach dem Schuss (Thalia)
05.05., 10:00 Uhr - Der neunte Tag (Mephisto)
05.05., 19:00 Uhr - Ulzhan (Thalia)
|
Kontakt /
Contact informations:
Filmtage Augsburg
Schroeckstr. 8 · 86152 Augsburg · Germany
www.filmtage-augsburg.de
e-mail: filmbuero@t-online.de
Tel.: (+49)-821-153 078 · Fax: (+49)-821-155518
|
|